Der britische Future Homes Standard: Was Deutschland davon lernen kann

Im Vereinigten Königreich steht ab 2025 ein bedeutender Wandel im Neubau bevor: Der sogenannte Future Homes Standard (FHS) wird eingeführt, um sicherzustellen, dass neue Wohngebäude wesentlich energieeffizienter und klimafreundlicher gebaut werden.

Im Vereinigten Königreich steht ab 2025 ein bedeutender Wandel im Neubau bevor: Der sogenannte Future Homes Standard (FHS) wird eingeführt, um sicherzustellen, dass neue Wohngebäude wesentlich energieeffizienter und klimafreundlicher gebaut werden. Die Maßnahme ist Teil der britischen Net-Zero-Strategie und soll die CO₂-Emissionen neuer Häuser im Vergleich zu 2013 um bis zu 80 Prozent senken. Das Vorhaben bietet auch für Deutschland wichtige Impulse – gerade mit Blick auf die Bauwende, die Umsetzung von Solarenergie im Mietshaus und die Rolle von innovativen Modellen wie dem Energy Sharing.

Europa möchte klimaneutral werden. Auch wenn Großbritannien kein EU Mitglied mehr ist, übererfüllt es die europäischen Standards im Bausektor.

Was der Future Homes Standard konkret vorsieht

Im Zentrum des neuen britischen Standards steht der „fabric-first“-Ansatz. Das bedeutet: Bevor technische Anlagen wie Wärmepumpen oder Photovoltaikanlagen installiert werden, muss das Gebäude an sich so effizient wie möglich sein. Eine gute Gebäudehülle spart schließlich langfristig mehr Energie als jede nachgerüstete Technologie.

Zudem verfolgt der Standard das Ziel, fossile Heizsysteme im Neubau vollständig zu ersetzen. Gasheizungen sind künftig nicht mehr erlaubt. Stattdessen kommen Wärmepumpen, Fernwärme oder andere CO₂-arme Heizsysteme zum Einsatz. Ergänzt werden diese durch eine möglichst lokale Stromversorgung, vor allem durch Solaranlagen.

Kernmaßnahmen des Future Homes Standard:

  • Verpflichtende Luftdichtheitsprüfung und verbesserte Dämmstandards für Wände, Dächer und Fenster
  • Verzicht auf fossile Heizsysteme – Wärmepumpen oder Wärmenetze werden Standard
  • Berücksichtigung von Solarenergie (solar PV) bei der Planung neuer Gebäude
  • Integration von Wärmespeichern für Heizung und Warmwasser
  • Pflicht zur Vorbereitung für E-Mobilität, insbesondere durch Ladeinfrastruktur
  • Vorgaben zur Vermeidung von Überhitzung und für eine kontrollierte Wohnraumlüftung

Die Umsetzung erfolgt in Etappen. Bereits seit 2021 wurden die britischen Bauvorschriften mit Zwischenzielen angepasst, um einen gleitenden Übergang zu ermöglichen. Der endgültige Standard soll ab 2025 gelten, mit Übergangsfristen für laufende Planungen.

Welche Herausforderungen es gibt

So ambitioniert der Standard auch ist, er bringt auch Herausforderungen mit sich. Eine der größten ist die Frage der Baukosten. Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und hochwertige Dämmmaterialien verursachen zunächst höhere Investitionen. Diese könnten ohne passende Fördermodelle ein Hemmnis für Bauherren darstellen – insbesondere im sozialen Wohnungsbau.

Großbritannien setzt auf die Senkung des Gebäudeenergiebedarfs – mehr Dämmung, kontrollierte Wohnraumlüftung und erneubare Energien – Anlagen auf dem Dach.

Auch die bauliche Integration der neuen Technologien ist nicht immer trivial. Nicht jedes Grundstück bietet optimale Voraussetzungen für eine Solaranlage, nicht jedes Gebäude eignet sich ohne weiteres für eine Wärmepumpe mit Erdsonden. Hier braucht es Ausnahmen, gleichzeitig aber auch ein starkes Beratungs- und Unterstützungsangebot.

Besonders diskutiert wird im Vereinigten Königreich auch der Einsatz von Holzöfen als ergänzende Wärmequelle. Einerseits sind sie emissionsarm im Betrieb, andererseits tragen sie zur Feinstaubbelastung bei. Viele Umweltverbände fordern hier eine klarere Regulierung – ein Thema, das auch in Deutschland zunehmend Relevanz bekommt.

Was Deutschland daraus lernen kann

Der Future Homes Standard ist mehr als ein britisches Bauprojekt. Er ist eine Blaupause für eine konsequent gedachte Bauwende. Auch in Deutschland brauchen wir mutige, verbindliche Maßnahmen, um Neubauten klimafit zu gestalten – und zwar nicht erst in zehn Jahren.

Einige Elemente des FHS lassen sich ohne Weiteres übertragen:

  • Gebäudehülle als Priorität: Mehr Fokus auf Luftdichtheit, Dämmung und bauliche Qualität, bevor technische Anlagen kompensieren sollen
  • Verzicht auf fossile Heizsysteme: Ein Gasheizungsverbot im Neubau, begleitet von Förderprogrammen für Wärmepumpen und Nahwärme
  • Photovoltaikpflicht für Neubauten: Solarenergie auf dem Dach sollte Standard werden – bei Einfamilienhäusern ebenso wie bei Mehrfamilienhäusern
  • Kombination mit Wärmespeichern: Für die Versorgung mit Warmwasser braucht es intelligente Speicherlösungen, auch im Kontext des Mieterstroms
  • Infrastruktur für E-Mobilität: Ladepunkte und Photovoltaikanlagen sollten zusammen gedacht werden – der Eigenverbrauch macht’s möglich
  • Mehr Unterstützung für Planung und Handwerk: Schulungsangebote, Beratungsplattformen und regionale Partnernetzwerke stärken die Umsetzung
Energie teilen passt ideal zur Effizienzsteigerung – und die steht im Mittelpunkt des future home standards.

Gerade bei Mehrfamilienhäusern bietet sich zudem ein zusätzlicher Hebel: Das Teilen von Solarstrom im Haus – also Energy Sharing – wie es PIONIERKRAFT ermöglicht. Statt Strom ins Netz einzuspeisen, wird er direkt an Mieter:innen vor Ort weitergegeben. Das erhöht die Rentabilität für Eigentümer:innen, macht die Energiewende für mehr Menschen erlebbar und reduziert gleichzeitig Netzbelastungen.

Relevanz für Eigentümer:innen und Installateur:innen

Für Eigentümer:innen von Mehrfamilienhäusern bedeutet ein Blick nach Großbritannien vor allem eines: Wer jetzt zukunftssicher bauen oder sanieren möchte, sollte sich nicht auf die Minimalanforderungen des Gebäudeenergiegesetzes verlassen. Die Investition in eine Solaranlage, kombiniert mit einer Wärmepumpe und einem Speicher, sorgt für langfristige Kostenstabilität – und steigert den Immobilienwert.

Für das Elektrohandwerk und Installateur:innen wiederum ergeben sich neue Chancen: Die Integration von Photovoltaikenergie, Wärmepumpe und Speichersystemen wird zur neuen Standardkompetenz. Wer frühzeitig Schulungen nutzt und smarte Lösungen wie die von PIONIERKRAFT in sein Portfolio integriert, profitiert doppelt – durch neue Kunden und durch technologische Führungsposition.

Fazit

Der britische Future Homes Standard ist ein mutiger, realistischer und systematisch geplanter Schritt in Richtung klimaneutraler Neubau. Er zeigt, wie klar definierte Standards und politische Rückendeckung in kurzer Zeit große Wirkung entfalten können.

Deutschland steht vor ähnlichen Herausforderungen – aber auch vor ähnlichen Chancen. Statt auf komplizierte Förderlandschaften und Ausnahmeregeln zu setzen, könnten klare, praxisnahe Vorgaben wie in Großbritannien helfen, Planbarkeit zu schaffen. Und genau hier kommt Solarenergie ins Spiel – als verfügbar, bezahlbar und lokal umsetzbar.

PIONIERKRAFT unterstützt die Umsetzung dezentraler Energieversorgung mit Photovoltaikanlage, intelligenter Verteilung und modernen Speicherlösungen. Ob für Bauherren oder Installateur:innen – die Zeit für klimafitte Gebäude ist jetzt. Und der Blick über den Ärmelkanal zeigt: Es geht. Man muss es nur tun.

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